Antworten auf wichtige Fragen

Unser Wohnprojekt wird Menschen aller Altersgruppen verbinden, die sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Hier entstehen Beziehungen, die den Alltag bereichern und Sicherheit bieten – von der Kinderbetreuung bis zur Begleitung im Alter.

Wie kann ich Mitglied im Verein werden und welche Vorteile hat die Mitgliedschaft ?

Interessierte können sich ausführlich über unsere Mitgliedschaftsmodelle informieren und an unseren Veranstaltungen teilnehmen, um unseren Verein und seine Mitglieder kennenzulernen.

Unser Ziel ist es, Sie zu einem persönlichen Kennenlernen einzuladen.

Mitglieder profitieren von einem lebendigen Netzwerk, gemeinsamen Aktivitäten und der wunderbaren Möglichkeit, das Wohnprojekt von Anfang an aktiv mitzugestalten.

So lernen wir einander kennen – in fünf Schritten

Unser Verfahren soll beiden Seiten Zeit geben herauszufinden, ob Erwartungen und Vorstellungen zusammenpassen. Es ist kein einseitiges Prüfungs- oder Auswahlverfahren. Über die Fortsetzung zwischen den Schritten entscheiden Sie und die Mitglieder unseres Vereins.

1. Erstkontakt und Interessentenbogen
Sie nehmen Kontakt zu uns auf und teilen uns mit dem Interessentenbogen die für das Kennenlernen nötigen Angaben mit. Bereits vorliegende Informationen fragen wir nicht unnötig erneut ab. Nach Sichtung der Angaben entscheiden die Mitglieder des Vereins, ob wir Sie zu einem ersten Kennenlerngespräch einladen.

2. Erstes Kennenlerngespräch
Wir stellen uns gegenseitig vor und sprechen über Ihre Motivation, Erwartungen und Fragen sowie über unsere Ziele, Werte und Arbeitsweise. Beide Seiten sollen ausreichend Gelegenheit haben, das anzusprechen, was ihnen wichtig ist. Im Anschluss wird entschieden, ob ein zweites Kennenlerngespräch stattfinden soll.

3. Zweites Kennenlerngespräch
Zur Vorbereitung erhalten Sie das aktuelle Wohnkonzept und die vorbereitenden Fragen aus unserem Gesprächsleitfaden. Diese sind Gesprächsanregungen und müssen nicht schriftlich beantwortet werden. Gemeinsam vertiefen wir insbesondere Ihre Vorstellungen zu Gemeinschaft und Rückzug, Mitwirkung, Verantwortung, dem Umgang mit Konflikten und den finanziellen Rahmenbedingungen. Danach entscheiden die Vereinsmitglieder ob Ihnen eine Kennenlernphase angeboten wird.

4. Kennenlernphase
Wenn wir Ihnen eine Kennenlernphase anbieten und Sie das Angebot annehmen, vereinbaren wir Beginn und Zeitraum. Sie dauert in der Regel drei Monate und kann im gegenseitigen Einvernehmen auch verlängert werden. Sie können nach Möglichkeit an Gruppentreffen, geeigneten Arbeitsgruppen und gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen. Eine Patin oder ein Pate kann Sie begleiten und bei Fragen unterstützen.

5. Mögliche Aufnahme in den Verein
Gegen Ende der Kennenlernphase werten wir unsere Erfahrungen gemeinsam aus. Wenn beide Seiten das Verfahren fortsetzen möchten, können Sie einen formellen Antrag auf Aufnahme als ordentliches Mitglied stellen. Über die Aufnahme entscheidet ausschließlich unsere Mitgliederversammlung.

Was wünschen wir uns von unseren Mitgliedern?

Grundsätze und Erwartungen an zukünftige Mitglieder
Das gemeinschaftliche Wohnprojekt lebt von der Bereitschaft seiner Mitglieder, sich entsprechend ihren persönlichen Möglichkeiten einzubringen und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Die nachfolgenden Grundsätze und Erwartungen bilden eine wesentliche Grundlage für das gegenseitige Kennenlernen während des Interessenten- und Aufnahmeverfahrens. Sie dienen dabei nicht als schematischer Kriterienkatalog, sondern als Orientierung für die gemeinsame Einschätzung, ob die Vorstellungen und Erwartungen der interessierten Person und des Vereins miteinander vereinbar sind.

- Aktive Mitwirkung: Bereitschaft, sich entsprechend den persönlichen Möglichkeiten aktiv in den Verein und die Entwicklung des Wohnprojekts einzubringen.

- Regelmäßige Teilnahme: Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme an Treffen, Veranstaltungen und gemeinschaftlichen Aktivitäten.

- Übernahme von Verantwortung: Bereitschaft, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Aufgaben und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.

- Identifikation mit Zielen und Werten: Bereitschaft, die Ziele, Grundgedanken und Werte des Wohnprojekts mitzutragen und an ihrer Verwirklichung mitzuwirken.

- Respekt, Toleranz, Empathie und Ehrlichkeit: Bereitschaft zu einem respektvollen, toleranten, empathischen und ehrlichen Umgang miteinander.

- Konstruktiver Umgang mit Konflikten und Entscheidungen: Bereitschaft, unterschiedliche Auffassungen offen und konstruktiv anzusprechen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und getroffene Entscheidungen zu respektieren.

- Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit: Bereitschaft, Absprachen einzuhalten und gegenüber der Gemeinschaft verlässlich und verbindlich zu handeln.

- Offenheit für Neues und Veränderungen: Bereitschaft, sich auf neue Entwicklungen, unterschiedliche Lebenssituationen und Veränderungen innerhalb der Gemeinschaft einzulassen.

- Mitgestaltung des gemeinschaftlichen Wohnumfelds: Bereitschaft, an der Gestaltung eines gemeinschaftlichen Wohnumfelds und einer lebendigen Nachbarschaft mitzuwirken.

- Einbringen eigener Fähigkeiten und Erfahrungen: Bereitschaft, persönliche Fähigkeiten, Erfahrungen, Kenntnisse, Talente und neue Impulse entsprechend den eigenen Möglichkeiten in die Gemeinschaft einzubringen.

- Gegenseitige Unterstützung und Mehrgenerationengedanke: Bereitschaft zu gegenseitiger Unterstützung und Hilfsbereitschaft sowie zur Förderung des gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Zusammenlebens.

- Gemeinschaftsbildung und fachliche Begleitung: Bereitschaft, an Workshops, Seminaren und anderen Veranstaltungen teilzunehmen, die der Gemeinschaftsbildung, der Gruppenentwicklung oder der fachlichen Weiterentwicklung des Wohnprojekts dienen. Hierzu kann bei Bedarf auch die Inanspruchnahme externer Referentinnen und Referenten sowie externer Moderation oder Mediation gehören. Soweit für solche Maßnahmen Kosten entstehen, wird erwartet, dass sich die Mitglieder im Rahmen der hierfür jeweils getroffenen vereinsinternen Regelungen oder Beschlüsse an den gemeinsam zu tragenden Kosten beteiligen.

Kann ich die Mitglieder des Vereins vor meinem Beitritt kennenlernen?

Ja, wir laden Interessierte herzlich zu unseren Treffen, Arbeitskreisen und Freizeitveranstaltungen ein. So können Sie die Atmosphäre ungezwungen erleben, Fragen stellen und erste Kontakte knüpfen, bevor Sie sich entscheiden.

Unser Modell „Mitglied auf Probe für 3 Monate“ passt zu diesem Zweck ganz genau für Sie!

Welche Wohnformen sind im künftigen Wohnprojekt vorgesehen?

Wir sind offen für flexible Wohnmodelle, die den Bedürfnissen verschiedener Generationen gerecht werden und ein nachhaltiges Zusammenleben fördern.

Das Spektrum umfasst sowohl private Einzelwohnungen (als Rückzugsorte) als auch gemeinsam genutzte Räume für Begegnungen.

Wie profitieren Familien und Kinder von der Gemeinschaft im gemeinsamen Wohnprojekt?

Kinder wachsen in einem sicheren Umfeld mit vielfältigen Bezugspersonen auf, während Eltern von gegenseitiger Hilfe im Alltag und einer flexibleren Betreuung profitieren.

Welche Vorteile bietet das gemeinschaftliche Leben für ältere Bewohner?

Ältere Menschen finden hier wertvolle Unterstützung im Alltag, soziale Kontakte und die Möglichkeit, aktiv am Gemeinschaftsleben teilzunehmen. Das beugt Isolation vor und steigert die Lebensqualität im Alter spürbar.

Wie fördert das Wohnprojekt den Austausch zwischen den Generationen ?

Durch gemeinsame Aktivitäten, offene Räume und regelmäßige Treffen schaffen wir Gelegenheiten, bei denen Jung und Alt ihre Erfahrungen teilen und voneinander profitieren können.

Für die künftige Hausgemeinschaft streben wir eine Solidargemeinschaft an. Was bedeutet das ?

Das bedeutet für unser Zusammenleben im Detail:

1. Rücksichtnahme leben: Alle Mitglieder der Hausgemeinschaft nehmen aufeinander Rücksicht – auch wenn sich daraus im ersten Moment kein direkter eigener Vorteil ergibt.

2. Unterstützung bieten: Wir möchten den Schwächeren helfen, die nicht die Kraft oder Möglichkeit zur Selbsthilfe haben. Dabei ist die Hilfeleistung vollkommen freiwillig; die Bewohner entscheiden selbst, ob und inwieweit sie Hilfe leisten wollen und können.

3. Verantwortung teilen: Die Einzelnen sind nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern übernehmen auch Mitverantwortung für die anderen Mitglieder unserer Hausgemeinschaft.

Was versteht man unter "Basisdemokratisch strukturiertes und selbstorganisiertes, gemeinschaftliches Wohnen?

Unter „basisdemokratisch strukturiertem und selbstorganisiertem, gemeinschaftlichem Wohnen“ versteht man eine alternative, selbstbestimmte Wohnform, bei der die Bewohner alle Entscheidungen gemeinsam treffen und das Zusammenleben eigenverantwortlich gestalten.

Es grenzt sich strikt vom klassischen Mietwohnen oder von investorengesteuerten Wohnprojekten ab.


Die drei Kernprinzipien:

1. Basisdemokratisch strukturiert (Wie Entscheidungen getroffen werden)
Gleichberechtigung: Es gibt keinen Chef, keinen Vermieter im klassischen Sinne und keinen Vorstand, der über die Köpfe der anderen hinweg entscheidet. Jedes Mitglied der Gemeinschaft hat das gleiche Stimmrecht. Es wird nicht nach dem Mehrheitsprinzip (51 % überstimmen 49 %) entschieden, sondern nach dem Konsens- oder Konsent-Prinzip. Es wird so lange diskutiert und angepasst, bis eine Lösung gefunden wird, mit der alle leben können und gegen die es keine schweren Einwände gibt.
Transparenz: Finanzen, Regeln und Zukunftspläne des Wohnprojekts sind für alle Bewohner jederzeit komplett einsehbar.


2. Selbstorganisiert (Wie das Projekt verwaltet wird), d.h. Eigenleistung statt Dienstleister: Die Bewohner verwalten das Gebäude, die Finanzen und das Zusammenleben selbst. Aufgaben wie Reparaturen, Gartenpflege, Buchhaltung oder die Organisation von Gemeinschaftsevents werden in Arbeitsgruppen (AGs) aufgeteilt.


3. Gemeinschaftliches Wohnen (Wie der Alltag aussieht), d.h. Balance aus Nähe und Distanz: Jeder Mensch oder jede Familie hat eine abgeschlossene, private Wohnung als Rückzugsort.

Gemeinschaftsflächen: Es gibt bewusst geteilte Räume, die von allen genutzt werden (z. B. eine große Aufenthaltsräume, ein Coworking-Space, Werkstätten, Gästezimmer oder ein großer Garten).

Gegenseitige Unterstützung: Der Alltag ist von Nachbarschaftshilfe geprägt (z. B. gemeinsames Kochen, Kinderbetreuung, Unterstützung im Alter).


In unserem Mehrgenerationenhause bedeutet das konkret: Jung hilft Alt, und Alt hilft Jung.

Interesse geweckt ?